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Wann dringend zum Tierarzt? Der Leitfaden für Hund und Katze

Schild einer Tierarztpraxis an einer Häuserwand

Viele Tierhalterinnen und Tierhalter sind verunsichert, wenn ihr Hund oder ihre Katze plötzlich unbekannte Symptome zeigt: Ist das Symptom harmlos oder bereits ein ernst zu nehmender Notfall? Genau diese Fragen gehören im Alltag zu den häufigsten Gründen für tierärztliche Anfragen. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, typische Warnzeichen besser einzuordnen und zu entscheiden, ob Sie sofort handeln, noch heute eine Praxis kontaktieren oder kurz beobachten können.

Sofort, heute noch oder erst einmal beobachten?

Vor allem, wenn wichtige Körperfunktionen gestört sind, sollte ein Tier umgehend in der Tierarztpraxis vorgestellt werden: Atemnot, Kollaps, Krampfanfälle, starke oder anhaltende Blutungen, plötzliche Lähmungen oder starke Schmerzen sind immer Notfälle. Hier sollten Sie sofort eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst kontaktieren.

Andere Symptome wie Durchfall, Humpeln oder Niesen können harmlos sein – sie können aber auch auf ein ernstes Problem hinweisen. Entscheidend ist: Wie geht es Ihrem Tier insgesamt und wie heftig sind die Symptome?

Sofort bedeutet: Lebensgefahr! Kontaktieren Sie jetzt eine Tierarztpraxis oder den Notdienst.

„Heute noch“ bedeutet: Ihr Tier wirkt im Moment stabil, aber die Beschwerden sollten nicht bis morgen warten. Vereinbaren Sie noch am selben Tag einen Termin.

Beobachten ist nur dann vertretbar, wenn Ihr Tier wach und aufmerksam ist, normal frisst und trinkt, Urin absetzt, sich normal bewegt und die Symptome mild sind oder bereits besser werden. Fehlt einer dieser Punkte, gilt: Lieber eine Stufe dringender handeln.

Katze: Wann zum Tierarzt?

Katzen zeigen Schmerzen oft kaum sichtbar. Was wie ruhiges Dösen aussieht, kann bereits ein wichtiges Warnsignal sein: Viele Katzen ziehen sich zurück, bewegen sich weniger oder wirken wie „eingefroren“, statt laut zu miauen.¹ Wer diese Zeichen übersieht, wartet im Zweifel zu lange. Die folgenden Abschnitte zeigen symptomspezifisch, wann bei Ihrer Katze Handlungsbedarf besteht.

Katze bei einer Untersuchung beim Tierarzt. Viele Katzenhalter fragen sich: Wann zum Tierarzt mit der Katze?
Katze bei einer Untersuchung beim Tierarzt. Viele Katzenhalter fragen sich: Wann zum Tierarzt mit der Katze?

Zeckenbiss bei der Katze

Ein einzelner Zeckenbiss ist bei Katzen meist kein akuter Notfall – sollte aber ernst genommen werden. Sichtbare Zecken sollten möglichst schnell und vollständig entfernt werden, denn je länger die Zecke saugt, desto höher kann das Risiko für übertragbare Krankheitserreger sein.²

Noch heute ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, wenn die Einstichstelle stark anschwillt, sich entzündet und die Katze sich blutig kratzt – oder wenn Ihre Katze matt wirkt, Fieber hat oder nicht fressen möchte.

Beobachten ist angebracht, wenn die Zecke sauber entfernt wurde und Ihre Katze sich weiterhin völlig normal verhält. Beobachten heißt: aufmerksam bleiben – nicht einfach abhaken.

Wunde bei der Katze

Wunden bei Katzen sind oft tückischer, als sie auf den ersten Blick wirken. Besonders Bissverletzungen und kleine, punktförmige Wunden können sich schnell entzünden und gehören zu den häufigen Gründen für einen Tierarztbesuch.⁴˒⁵ Wird zu lange gewartet, steigt das Risiko für ernsthafte Folgen – auch weil Hautwunden bei Katzen oft langsamer heilen als bei anderen Tierarten.⁵˒⁶ Eine Studie zu Hundebissen bei Katzen bestätigte: Je schwerer die Verletzungen und je mehr Körperregionen betroffen sind, desto schlechter können die Heilungschancen sein.⁵

Sofort zum Tierarzt bei nicht stillbarer Blutung, klaffender oder tiefer Wunde, Atemnot nach einem Unfall oder Kampf, sichtbarer Knochenfraktur oder Anzeichen eines Schocks.⁵˒˒

Noch heute in die Praxis bei jeder  Biss- oder Kampfverletzung. Auch Schmerz, Schwellung oder Eiter sind Warnzeichen, die nicht warten sollten.⁵˒⁶

Beobachten können Sie höchstens oberflächliche Schürfungen ohne Schwellung oder Schmerz. Mehr Spielraum gibt es bei Katzen selten.

Verstopfung bei der Katze – und die gefährliche Verwechslung

Wenn Ihre Katze presst und nichts passiert, sollten Sie nicht zuerst an Verstopfung denken – sondern an einen möglichen Harnröhrenverschluss. Diese vollständige Blockade kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden und wird von Halterinnen und Haltern häufig mit Kotpressen verwechselt.⁹ Besonders betroffen sind fast immer Kater.

Sofort zum Notdienst sollten Sie, wenn ein Kater wiederholt presst, kaum oder gar keinen Urin absetzt, vor Schmerzen miaut, erbricht oder apathisch wirkt.⁹

Noch heute in die Praxis, wenn Ihre Katze länger als einen Tag keinen Kot abgesetzt hat, der Bauch schmerzhaft wirkt oder es früher schon ähnliche Probleme gab. Ältere Katzen und Tiere mit chronischer Nierenerkrankung haben ein erhöhtes Risiko für Verstopfung bis hin zur Obstipation – einer schweren Form, bei der eine normale Darmentleerung kaum noch möglich ist.⁹

Kurz beobachten ist nur vertretbar, wenn der Kotabsatz lediglich leicht verzögert ist, Ihre Katze aber normal frisst und trinkt und eindeutig Urin absetzt.

Durchfall bei der Katze

Bei Durchfall zählt nicht nur, wie der Kot aussieht – entscheidend ist, wie es Ihrer Katze insgesamt geht. Frisst und trinkt sie normal, wirkt aufmerksam und zeigt nur milden, kurzen Durchfall, darf sie zunächst beobachtet werden. Wird sie dagegen matt, erbricht wiederholt, hat wässrigen Durchfall oder zeigt Blut im Kot, sollten Sie nicht abwarten.¹⁰˒¹¹

Hält Durchfall länger an oder kehrt er immer wieder zurück, sollte er gezielt abgeklärt werden. Chronische Magen-Darm-Beschwerden über mehrere Wochen können auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen.¹² Besonders wichtig: Frisst eine Katze mit Durchfall über mehrere Tage kaum, kann das gefährlich werden. Dann droht eine hepatische Lipidose – eine schwere Leberveränderung, die bis zum Leberversagen führen kann.¹³

Sofort zum Tierarzt bei Apathie, wiederholtem Erbrechen, wässrigem oder schwarzem, teerigem Kot, größeren Blutmengen, Bauchschmerzen oder wenn ein Kätzchen betroffen ist.¹⁰˒¹¹˒¹³

Noch heute in die Praxis, wenn der Durchfall anhält, Schleim oder frisches Blut im Kot zu sehen ist oder Ihre Katze nicht mehr normal frisst.¹⁰˒¹³

Kurze Beobachtung ist vertretbar bei einer erwachsenen, hellwachen Katze mit mildem, einmaligem Durchfall – solange sie normal frisst, trinkt und sich wie gewohnt verhält.

Durchfall bei der Katze? So können Sie Ihrem Tier helfen.

Katze mit Atemwegssymptomen: Wann wird „Schnupfen“ zum Notfall?

Was oft als Katzenschnupfen bezeichnet wird, ist medizinisch meist ein Infekt der oberen Atemwege.¹⁴ Häufige Auslöser sind das feline Herpesvirus und das Calicivirus. Diese Erreger können zunächst harmlos wirken, bei Kätzchen aber schwere Verläufe mit Lungenentzündung oder schmerzhaften Maulgeschwüren verursachen. Zusätzliche Infektionen, etwa mit Chlamydia felis oder Bordetella bronchiseptica, können die Erkrankung verschlimmern.¹⁵˒¹⁶

Sofort zum Tierarzt bei Atemnot, offener Maulatmung, ausgeprägter Schwäche oder deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands. Offene Maulatmung ist bei Katzen kein normales Verhalten, sondern ein klares Warnsignal.⁷˒¹⁵˒¹⁶

Noch heute in die Praxis, wenn Ihre Katze wegen einer verstopften Nase oder schmerzhafter Maulgeschwüre nicht mehr frisst, die Augen schmerzhaft wirken – oder wenn ein Kätzchen betroffen ist. Jungtiere können schnell schwer erkranken.¹³˒¹⁵˒¹⁶

Kurze Beobachtung ist vertretbar, wenn die Katze nur leicht niest, der Nasenausfluss klar und wässrig ist – und sie ansonsten normal frisst, trinkt und aktiv bleibt. Wird der Ausfluss eitrig, die Nase dauerhaft verstopft oder das Fressen schwieriger: heute noch zum Tierarzt.

Apropos Katzenschnupfen: Welche Impfung braucht Ihre Katze eigentlich?

Hund: Wo die Einschätzung etwas anders ist

Hunde zeigen Schmerzen und Unwohlsein oft deutlicher als Katzen. Leicht ist die Einschätzung trotzdem nicht immer – besonders bei Bauchbeschwerden gibt es Erkrankungen, die schnell ernst werden können. Deshalb gilt auch beim Hund: Nicht nur das einzelne Symptom zählt, sondern der Gesamteindruck.

Ein Hund beim Tierarzt. Häufig fragen sich Hundehalter: Wann zum Tierarzt mit Hund?
Ein Hund beim Tierarzt. Häufig fragen sich Hundehalter: Wann zum Tierarzt mit Hund?

Wunde beim Hund

Bissverletzungen und Pfählungswunden können deutlich tiefer reichen, als es von außen aussieht. Ein kurzes Abwarten ist nicht immer gefährlich – zu langes Zögern kann es aber werden.

Sofort zum Tierarzt bei nicht stillbarer Blutung, klaffender Wunde, sichtbarer Knochenfraktur, Atemnot nach einem Unfall oder Kampf, Verletzungen im Brust- oder Bauchbereich sowie bei Schocksymptomen – etwa wenn der Hund blass wirkt, zittert oder kollabiert.⁷˒

Noch heute in die Praxis bei jeder Biss- oder Kampfverletzung. Schwellung, Eiterbildung oder Fieber sollten nicht abgewartet werden – unabhängig davon, wie klein die Wunde äußerlich aussieht.⁵˒

Verstopfung beim Hund

Wenn aus „heute noch nicht gekotet“ wiederholtes Pressen wird, ist es keine harmlose Verzögerung mehr. Hinter den Beschwerden können etwa ein Fremdkörper, Probleme im After- oder Enddarmbereich oder – selten, aber gefährlich – eine Kolontorsion stecken. Dabei verdreht sich der Dickdarm, was lebensbedrohlich werden kann.¹⁷

Sofort zum Tierarzt bei erfolglosem Pressen in Verbindung mit Bauchschmerzen, einem aufgeblähten Bauch, Erbrechen oder Kollaps.⁷˒˒¹⁷

Noch heute in die Praxis, wenn Ihr Hund trotz wiederholter Versuche keinen Kot absetzt, Schmerzen beim Pressen zeigt oder Blut und Schleim im Kot zu sehen sind.¹⁷

Fieber beim Hund: Ab wann sollten Sie handeln?

Fieber bedeutet, dass der Körper die Temperatur aktiv erhöht, um zum Beispiel eine Infektion zu bekämpfen. Beim Hund spricht man in der Regel ab etwa 39,5 °C von Fieber. Temperaturen über 41,1 °C sind ein Notfall, weil dann schwere Kreislaufprobleme und Organschäden drohen können.¹⁸ Häufige Ursachen sind Infektionen, entzündliche oder immunvermittelte Erkrankungen sowie Tumorerkrankungen. In manchen Fällen bleibt die Ursache zunächst unklar.¹⁸

Sofort zum Tierarzt bei Temperaturen über 41,1 °C, Kollaps oder Krampfanfällen.⁷˒˒¹⁸

Noch heute in die Praxis bei anhaltendem Fieber zwischen 39,5 und 41,1 °C – besonders dann, wenn Appetitlosigkeit, Schwäche oder Lahmheit hinzukommen.¹⁸

Scheinträchtigkeit beim Hund19, 20

Bei einer Scheinträchtigkeit verhält sich der Körper der Hündin so, als wäre sie trächtig – obwohl keine Welpen heranwachsen. Der Grund: Der Gelbkörper, medizinisch Corpus luteum, bleibt auch nach der Läufigkeit aktiv und bildet Progesteron. Manche Hündinnen produzieren Milch, bauen ein Nest, sammeln Spielzeug oder wirken besonders anhänglich, unruhig oder mütterlich. Leichte Fälle klingen meist innerhalb von zwei bis vier Wochen von selbst ab. Wichtig ist immer, die Hündin vom Nestverhalten abzulenken und zu bewegen.

Noch heute in die Praxis sollten Sie, wenn das Gesäuge schmerzhaft, gerötet, heiß oder fest wirkt oder sich die Hündin wund leckt. Das kann auf eine Mastitis hinweisen – also eine Entzündung des Gesäugegewebes. Wichtig: Vor jeder medikamentösen Behandlung muss sicher ausgeschlossen werden, dass Ihre Hündin tatsächlich trächtig ist.

Sobald wie möglich in die reguläre Sprechstunde sollten Sie, wenn Ihre Hündin sehr viel Milch bildet, stark nestet, aggressiv wird oder sichtbar leidet.

Wann zum Tierarzt? Diese Warnzeichen dulden keinen Aufschub

Kontaktieren Sie sofort eine Tierarztpraxis oder den Notdienst – unabhängig von Tageszeit, Tierart oder Vorgeschichte –, wenn eines dieser Warnzeichen auftritt:⁷˒˒˒²¹

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Atemnot, deutlich angestrengte Atmung oder offene Maulatmung bei der Katze

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Kollaps oder Synkope, also plötzliches, kurzfristiges Zusammenbrechen mit Bewusstseinsverlust

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Krampfanfall länger als fünf Minuten oder mehrere Anfälle innerhalb von 24 Stunden, ohne dass sich das Tier zwischendurch vollständig erholt

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    starke oder anhaltende Blutung

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    plötzliche Unfähigkeit zu stehen oder zu gehen

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    akut schmerzhafter, aufgeblähter Bauch

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Probleme beim Urinabsatz – besonders beim Kater

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    plötzliche Schwäche oder Lähmung der Hinterbeine bei der Katze: mögliches Zeichen einer arteriellen Thromboembolie, bei der ein Blutgerinnsel die Blutversorgung der Hinterbeine unterbricht

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    relevantes Trauma, unter anderem Autounfall, Sturz aus großer Höhe oder Hundebiss

Jeder dieser Punkte kann eine lebenswichtige Körperfunktion betreffen. Das allein reicht, um sofort zu handeln.

Vergiftungsverdacht: kein Fall für Abwarten

Hat Ihr Hund oder Ihre Katze etwas gefressen, das nicht für Tiere bestimmt ist? Dann rufen Sie sofort in einer Tierarztpraxis, einer Tierklinik oder beim Giftnotruf an – auch wenn Ihr Tier noch völlig normal wirkt. Viele Giftstoffe verursachen erst verzögert Symptome.

Zu den häufigen Gefahren für Hunde zählen Schokolade, Trauben und Rosinen, Zwiebeln, Ibuprofen und Xylit, das zum Beispiel in vielen Kaugummis enthalten ist. Für Katzen sind unter anderem ätherische Öle, Lilien und Permethrin aus Zeckenschutzmitteln für Hunde besonders gefährlich. Schon kleinste Mengen von Lilien können bei Katzen Nierenversagen auslösen.

Erste Anzeichen einer Vergiftung können Erbrechen, starker Speichelfluss, Zittern oder Kollaps sein. Aber: Auch wenn in den ersten Stunden keine Symptome auftreten, kann eine ernste Vergiftung vorliegen. Im Zweifel gilt: sofort Hilfe suchen und Verpackung, Pflanzenreste oder andere mögliche Giftquellen mitnehmen.

Achtung giftig: Diese Dinge dürfen Hunde und Katzen nicht fressen!

 

Was tun, wenn der Notfall eintritt?

Diese vier Punkte helfen Ihnen, in einer Stresssituation richtig zu handeln:

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Ruhe bewahren. Tiere spüren Stress sehr deutlich. Wenn Sie ruhig bleiben, helfen Sie Ihrem Tier bereits.

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Nicht allein lassen. Ein Tier im Notfall braucht Ihre Nähe – auch wenn Sie gerade nichts aktiv tun können.

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Vor dem Anruf kurz sammeln. Tierärztinnen und Tierärzte brauchen vor allem viele Informationen: Tierart und Alter, das beobachtete Symptom, wann es begonnen hat und ob und wie es sich seitdem verändert hat.

  • Ausrufezeichen in einem blauen Kreis

    Notfallnummer vorbereiten. Speichern Sie die Nummer Ihrer Tierarztpraxis und der nächsten Tierklinik oder eines tierärztlichen 24-Stunden-Telefonnotdienstes am besten schon jetzt.Bei Notfällen, insbesondere auch nachts, am Wochenende oder an Feiertagen,

Wann Abwarten vertretbar ist – und wann nicht

Abwarten ist nicht automatisch falsch. Entscheidend ist nicht nur die Frage „Wie schlimm sieht das Symptom aus?“, sondern vor allem: „Wie geht es meinem Tier insgesamt?“.

Eine kurze Beobachtung ist nur dann vertretbar, wenn Ihr Tier wach und aufmerksam ist, normal frisst und trinkt, Urin absetzt, sich normal bewegt – und die Symptome mild sind oder eindeutig besser werden. Fehlt einer dieser Punkte, sollten Sie noch heute tierärztlichen Rat einholen.⁷˒˒˒²¹

Ein kurzes Abwarten bedeutet nicht gleich, dass Sie falsch handeln. Der Fehler entsteht meist erst dann, wenn aus „noch eine Stunde" ein zweites und drittes Mal wird. Viele vermeidbare Verschlechterungen entstehen aus einem verständlichen Wunsch: das Tier nicht unnötig zu stressen. Dieser Wunsch verdient Respekt. Aber er hat klare Grenzen.

Im Zweifel: anrufen

Die meisten Tierarztpraxen und Notdienste beantworten kurze telefonische Einschätzungsfragen. Immer zu erreichen sind tierärztliche 24-Stunden-Telefonnotdienste. Sie müssen also nicht sicher wissen, ob es ein Notfall ist – Sie müssen nur anrufen. Wenn die Tierärztin oder der Tierarzt am Telefon sagt: „Beobachten Sie bis morgen früh“, war der Anruf keine Zeitverschwendung. Er war die richtige Entscheidung in einer unsicheren Situation.

Nicht ein einzelnes Symptom entscheidet, sondern der Gesamteindruck des Tieres. Klare Warnzeichen sind Atemnot, Kollaps, starke Schmerzen, kein Urinabsatz, neurologische Ausfälle oder anhaltende Blutungen. Sie sind immer ein Grund, sofort zu handeln. Mit diesem Wissen und einer parat gelegten Notrufnummer sind Sie im Krisenfall bestens vorbereitet.

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    20. Kalaswa, S., Jadav, R., & Nakhashi, H. C. (2024). Advances in the management of pseudocyesis in bitch: A review. International Journal of Veterinary Sciences and Animal Husbandry, 9(2), 310–319. www.veterinarypaper.com

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