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Vergiftung Hund und Schokolade – Passt nicht zusammen, oder?

Vergiftung beim Hund: Diese Lebensmittel sind giftig für Hunde

Eine Vergiftung beim Hund ist eine der großen Gefahren, vor denen wir unsere Fellschnauzen schützen wollen. Was ist giftig für Hunde? Was dürfen Hunde nicht essen? Und wissen Sie, dass Hunde Schokolade keinesfalls fressen sollten? Das Thema Vergiftung beim Hund wirft viele Fragen auf…

Was dürfen Hunde nicht essen?

Rattengift ist gefährlich für Hunde. Das ist natürlich jedem klar! Neben Cumarin-Derivaten wird zunehmend alpha-Chloralose als giftig für Hunde aufgeführt. Aber was ist noch alles giftig für Hunde? Was dürfen Hunde essen und was nicht? Giftige Lebensmittel für Hunde - gibt es das? 

Welche Pflanzen sind giftig für Hunde?  - Man kennt inzwischen viele Substanzen, die für einen Hund giftig sind – und teilweise vom Menschen problemlos vertragen werden. Es ist wichtig sich zu informieren: Was darf mein Hund fressen und was kann beim Hund Vergiftung auslösen? Wie kann ich eine Vergiftung erkennen? Welche Symptome macht eine Vergiftung beim Hund, auf welche Anzeichen muss ich beim Hund achten? Gibt es eine schleichende Vergiftung beim Hund?

Vergiftung beim Hund - Symptome

Verhält sich der Hund nach dem Spaziergang ungewöhnlich oder hat er draußen etwas gefressen, macht sich schnell die Sorge breit: Hat mein Hund eine Vergiftung? Welche Symptome der Vergiftung beim Hund muss ich erwarten? Das hängt stark von dem aufgenommenen Gift ab. Einer Studie über Vergiftungen beim Hund im Rahmen der Notfallsprechstunde in einer Tierklinik1 hat gezeigt: Hat der Hund eine Vergiftung, sind die Anzeichen häufig neurologische Symptome, gefolgt von Kreislaufsymptomen und Magen-Darm-Problemen. Die Therapie in der Tierarztpraxis erfolgt je nach Art und Schwere der Symptome.

Anzeichen einer Vergiftung beim Hund

Neurologische Symptome wie Zittern, unkoordinierter Gang bis hin zum Krampfanfall sind Symptome, die bei einer Vergiftung beim Hund am häufigsten sind. So die Ergebnisse einer Studie zum Notfall Vergiftungen beim Hund1.  Eine Vergiftung kann aber auch unauffälligere Symptome auslösen. Viele Hunde mit Vergiftung haben nur einen reduzierten Allgemeinzustand. Aber auch Störungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzklopfen oder eine stark beschleunigte Frequenz des Herzschlags wurde in der Studie bei jedem vierten Hund als Folge der Vergiftung festgestellt. Das Gute dabei: Unter intensivmedizinischer Behandlung haben 97% dieser Hunde die Vergiftung überlebt. Komplikationen, die auch zu Spätschäden infolge Vergiftung führen können, waren vor allem Blutungen sowie Leberschäden und Nierenschäden. Der Verlauf einer Vergiftung beim Hund hängt von der Art und Menge des aufgenommenen Giftstoffs und dem Zeitpunkt der Diagnose ab.

Schleichende Vergiftung beim Hund – Wie schnell macht sich eine Vergiftung bemerkbar?

Wer bei unklaren Symptomen bei seinem Hund an eine schleichende Vergiftung denkt, kann sich beruhigen. Eine Studie an Notfallpatienten mit Vergiftungen1 hat gezeigt, dass Hunde vorwiegend innerhalb von 30 Minuten bis 4 Stunden erste Anzeichen einer Vergiftung zeigen. Ein Hund, der über mehrere Tage Symptome zeigt, hat mit großer Wahrscheinlichkeit keine „schleichende Vergiftung“, sondern andere Ursachen.

Hund schnüffelt: Was tun bei Vergiftung Hund

Was tun bei Vergiftungen?

Wenn Sie sehen, dass Ihr Hund etwas Unbekanntes aufnimmt, nehmen Sie es ihm sofort aus dem Fang. Trainieren Sie Ihren Welpen, dass er auf Kommando Sachen aus dem Mund fallen lässt oder sogar nur auf Kommando frisst. Letzteres ist besonders sinnvoll bei Rassen, die gerne Fremdmaterial fressen, wie Labrador Retriever. Nehmen Sie sofort Kontakt mit einer Tierarztpraxis oder Tierklinik auf und teilen Sie schon am Telefon mit, was der Hund gefressen haben könnte. So kann das Tierarztteam sich schon während Ihrer Anfahrt vorbereiten und passende Notfallmaßnahmen vorbereiten. Auch ein Anruf bei einer Giftnotrufzentrale kann eine erste Maßnahme sein. Aktivkohle oder Präparate, die Gifte im Darm binden sind ein wichtiger Bestandteil jeder Hausapotheke. 

Schokolade und andere giftige Lebensmittel

Schokolade – was könnte harmloser sein? Schokolade hat bei Hunden ein akut giftiges Potential. Das darin enthaltene Theobromin wirkt sich massiv auf den Kreislauf des Hundes aus. Je höher der Theobromingehalt, desto gefährlicher für den Hund. Dunkle Schokolade enthält viel mehr Theobromin als Milchschokolade. Schokoladenvergiftung ist der häufigste Vorstellungsgrund für Vergiftungen beim Hund.1,2 Viele Tierkliniken, so wie die Universität Zürich, bieten im Internet Übersichtstabellen an, mit dem Sie das Vergiftungsrisiko je nach Schokoladensorte, aufgenommener Menge und Gewicht des Hundes abschätzen können. 

Die LD50, also die Dosis, bei der 50% der Hunde sterben, liegt bei 100 mg/kg Theobromin. Das entspricht etwa einer Tafel Bitterschokolade bei einem 10-kg-Hund. Klinische Symptome können aber schon bei weit geringeren Dosen (20 mg/ kg entsprechend 1 Riegel Milchschokolade bei einem 10 kg-Hund auftreten. Außerdem wird Theobromin nur langsam aus dem Körper ausgeschieden, so dass es sich im Körper anreichern kann und so auch kleinere Mengen Schokolade mit der Zeit lebensgefährlich werden können. Im Internet finden Sie sogenannte „Schokoladenrechner“, mit denen Sie sofort berechnen können, ob Ihr Hund eine kritische Menge Schokolade aufgenommen hat oder ob es noch im tolerablen Bereich liegt. Weiße Schokolade enthält übrigens nahezu kein Theobromin und ist daher für Hunde aus diesem Aspekt heraus ungefährlich.

 

Tabelle Schokolade giftig Hund

Dürfen Hunde Nüsse essen?

Das Internet ist voll von diesen Fragen: Dürfen Hunde Nüsse essen? Dürfen Hunde Äpfel essen? Die Fragen sind berechtigt, denn auch einige Früchte sind für Hunde gefährlich. So können Weintrauben und Rosinen sowie Trester bei manchen Hunden bis zum Nierenversagen führen. Welche Giftstoffe dafür verantwortlich sind, weiß man noch nicht sicher, Hunde scheinen individuell sehr unterschiedlich auf Weintrauben und Co. zu reagieren. Während die Avocado-Frucht für den Hund weniger problematisch ist, als wenn er an der Pflanze knabbert, führen Macadamianüsse – je nach individueller Empfindlichkeit – zu neurologischen Ausfallserscheinungen wie Hinterhandschwäche und Zittern. Zentralnervöse Symptome können auch durch Schimmelpilztoxine entstehen, zum Beispiel, wenn der Labrador heimlich den Küchenmülleimer oder den Komposthaufen plündert. Besonders tückisch: Walnüsse können auf dem Häutchen einen Schimmelpilz enthalten, der für Menschen völlig ungefährlich, für Hunde dagegen tödlich ist. 

Knoblauch gegen Zecken?

Knoblauch wird als „Naturmittel“ gegen Zeckenbefall propagiert. Was viele Hundehalter*innen nicht wissen: Knoblauch, Zwiebeln und andere Lauchgewächse können beim Hund nicht nur Magen-Darm-Beschwerden, sondern auch zur Bildung von Methämoglobin und Blutarmut führen. Japanische Spitze wie der Akita Inu sind besonders empflindlich.2 Ein besonderes Risiko stellt der zeitversetzte Beginn der Symptome bei Zwiebelvergiftung dar. Wenn nach bis zu 5 Tage die ersten Symptome auftreten, kann man mit den üblichen Entgiftungsmaßnahmen wie Magenentleerung und Adsorbentien nichts mehr bewirken, weil der Giftstoff schon im gesamten Körper verteilt ist. Diese Hausmittel haben also nicht nur eine unzuverlässige Wirkung, sondern sind für Hunde giftig. Mehr dazu im TFA Total Podcast Folge 02. 

Medikamente für Menschen – keine Option für Hunde

Was für uns Menschen gut ist, ist für unsere Vierbeiner längst nicht geeignet. Das gilt nicht nur für unser Essen, sondern auch für unsere Medikamente. Ob das Medikament vom verspielten Welpen vom Nachttisch geklaut oder als erste Hilfsmaßnahme als Schmerzmittel dem Vierbeiner eingegeben wurde: Klassiker wie Aspirin bringen regelmäßig Hunde in die Notaufnahme von Tierkliniken. Betroffene Tiere leiden unter Magen-Darm-Blutungen bis hin zum Nierenversagen.

Giftpflanzen in Haus und Garten

Vom Schneeglöckchen über die Osterglocke zum Christstern: Fast jede Zimmerpflanze ist giftig. Das Gleiche gilt für viele Zierpflanzen im Garten. Besitzer*innen von Welpen oder sehr neugierigen und verspielten Hunden tun gut daran, Zimmerpflanzen außer Reichweite zu stellen, denn je nach Pflanze können schon kleinste Mengen für den Hund giftig sein. Die Symptome einer Vergiftung beim Hund sind sehr unterschiedlich, je nach den in der Pflanze enthaltenen Giftstoffen.

Hund und Putzmitte: giftige Mittel im Haushalt
Hund und Putzmitte: giftige Mittel im Haushalt

Vergiftungen durch Haushaltsmittel

Welpen erforschen jeden Winkel im Haus und knabbern erst einmal alles an –vom ätzenden Haushaltsreiniger bis zum Wäschepod. Besonders gefährlich ist im Winter aber Frostschutzmittel. Das darin enthaltene Ethylenglykol schmeckt extrem süßlich und wird von den Hunden daher nicht nur versehentlich, sondern gezielt aufgenommen. Schon kleinste Mengen wie verschüttete Tropfen beim Nachfüllen können für einen kleinen Hund tödlich sein.

Rauschgift und Alkohol – nichts für den Hund

Versehen oder fraglicher Spaß – immer häufiger werden Hunde im Notdienst vorgestellt, die eine Vergiftung mit Rauschmitteln haben. Als Passivraucher oder nach Verfüttern oder Klauen von Haschkeksen zeigen die Hunde Unruhe, Bewegungs- und Herz-Kreislaufstörungen bis hin zu Schock, Krampfanfällen und Aggression. Alkoholvergiftungen treten in letzter Zeit vermehrt auf, weil im Internet Empfehlungen wie die Gabe von Eierlikör bei Silvesterangst die Runde machen. Im Interesse des Tierwohls sind solche Experimente strikt abzulehnen.

Checkliste Vergiftung

Erste Maßnahme beim Vergiftungsverdacht ist der Anruf in einer Tierklinik oder Tierarztpraxis oder beim Giftnotruf. Eine Checkliste mit wichtigen Informationen: Was ist essentiell für die Tierklinik oder die Giftnotrufzentrale?

  1. Was hat der Hund aufgenommen (Verpackungsreste vorhanden?)
  2. Wieviel hat mein Hund gefressen?
  3. Wann hat der Hund das Gift gefressen?
  4. Wie alt und schwer ist der Hund? Hat er Vorerkrankungen?
  5. Sind bereits erste Symptome aufgetreten? Wenn ja, welche?
  • 1. Markert, Carina, et al. "Akute Vergiftungen bei Hunden–Falluntersuchung über einen Zeitraum von 5 Jahren." Tierärztliche Praxis Ausgabe K: Kleintiere/Heimtiere 52.02 (2024): 70-87.

  • 2. Rückert, Cornelia. "Gut gemeint?–Vergiftungen mit Lebensmitteln bei Hund und Katze." kleintier konkret 24.05 (2021): 18-24.hlergehen